Christof Prick
Chefdirigent Bayerisches Staatstheater Nürnberg und Chefdirigent Charlotte Symphony Orchestra

Rezensionen

Christof Prick

WAZ Dortmund - 14.01.2004

Christof Prick lässt Philharmoniker brillieren

Programm mit Beethoven und Strauss lockt das Publikum ins Konzerthaus - Orchester gut aufgelegt
Von Martina Lode-Gerke

"Des Übermenschen Schönheit kam zu mir als Schatten: was gehen mich noch - die Götter an!" Unter anderen diese Worte stellt Friedrich Nietzsche seinem "Zarathustra" voran.
Die Sicht des Komponisten Richard Strauss auf das Werk steht zur Zeit auf dem Programm des vierten Philharmonischen Konzertes, das heute um 20 Uhr noch einmal im Konzerthaus zu hören ist. Die "Abonnenten-Götter" Strauss und vor allem Beethoven ziehen denn auch zahlreiche Besucher an und sorgen für gut gefüllte Reihen.
Und die adäquate und sehr stringente Umsetzung der Werke durch den Gastdirigenten Christof Prick tut ein Übriges: Klare Unisono-Passagen liefern die Musikerinnen und Musiker der Philharmoniker in der Tondichtung, schaffen ein differenziertes und erfreulich facettenreiches Klangbild, das mit einem der berühmtesten Strauss-Zitate wie mit einem Paukenschlag beginnt und in sphärenhaften Klängen mündet - dazwischen entfaltet sich ein ganzer Bilderbogen mit organischen Übergängen,wunderbaren kammermusikalischen Passagen, ausgezeichneten Soli.
Etwas nerviger und dichter hätte man sich die dritte "Leonoren"-Ouvertüre Beethovens zu Beginn des Konzerts am Montag vorstellen können, doch auch hier gibt es immer wieder schön ausmusizierte Details.
Und auch die Interpretation der ersten Sinfonie des Bonner Meisters besticht durch ihre klare Linienführung: der zweite Satz mit einem federnd-beschwingten Beginn, mit wie beiläufig wirkenden leichten Phrasen, die in ihrer Entfaltung einen weiten Bogen spannen.
"Hemdsärmelig" wie der Ochs auf Lerchenau aus dem "Rosenkavalier" wirkt an manchen Stellen das Menuett, flirrend und leichtfüßig kommt das Finale daher. Schön sind in diesem letzten Satz die Kontraste zwischen filigranen Passagen und großen sinfonischen Phrasen herausgearbeitet, ohne dass sie aufdringlich-plakativ wirkten.
Es war ein wirklich herausragendes Konzert mit einem exzellent aufgelegten Philharmonischen Orchester.


Wiesbadener Tagblatt - 20.01.2004
Requiem von Brahms unter Christof Prick

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